Bei Nest & Flügel

Wie ich
arbeite.

Ich begleite Ihr Kind beim Entdecken: mit Zeit für eigene Versuche, einer verlässlichen Beziehung und klaren Grenzen.

Den Betreuungsalltag entdecken

Einblicke in den Alltag

Was das im Alltag bedeutet

Kleine Situationen aus dem Betreuungsalltag zeigen, was diese Haltung für meine Begleitung bedeutet.

Vertrauen in den eigenen Weg

Ein Kind läuft mit elf Monaten, ein anderes mit siebzehn. Für mich ist nicht entscheidend, welches Kind zuerst läuft. Entscheidend ist, dass jedes Kind die Zeit, Sicherheit und Unterstützung bekommt, die es für seinen nächsten Schritt braucht.

Tastendes Versuchen

Ein Kind stapelt drei Becher, sie fallen um. Es stapelt sie wieder. Ich baue nicht vor und ich halte nicht fest, weil das Umfallen dazugehört.

Öffnung zur Umwelt

Der Rückweg dauert 15 Minuten länger, weil auf halber Strecke eine Schnecke liegt. Für diese Entdeckung nehme ich mir Zeit.

Kooperation: Lösungen finden

Zwei Kinder wollen dieselbe Schaufel. Ich beschreibe, was ich sehe, statt zu entscheiden, wer sie zuerst hatte. Meistens finden sie den nächsten Schritt selbst.

Wiederholung

Ein Kind will dasselbe Bilderbuch zum sechsten Mal. Ich lese es zum sechsten Mal. Die Wiederholung ist nicht Stillstand, sie ist die Übung.

Freier Ausdruck

Ein Kind brabbelt eine Melodie, die niemand kennt. Ich brabble zurück. Das ist ein Gespräch, auch ohne ein einziges Wort.

Eine Treppe zum Wissen

Fliegen lernt man
nicht auf Treppen.

Fünf Kleinkinder erkunden eine Holztreppe am Grashügel: Sie krabbeln, steigen hinauf und hinunter, betrachten ein Blatt oder gehen außen herum. Ein Tagesvater mit Basecap begleitet sie; daneben breitet ein kleiner Adler seine Flügel aus.
Célestin Freinet, „Les aigles ne montent pas par l’escalier“, zuerst in L’Éducateur, Juli 1951; später in Les dits de Mathieu, Buchausgabe 1959. Das abschließende Adlerbild schreibt Freinet Victor Hugo zu.

Kinder müssen nicht alle denselben Weg, dasselbe Tempo und dieselbe Reihenfolge nehmen. Célestin Freinet verdichtete diesen Gedanken in der Erzählung von einer wissenschaftlich berechneten Treppe zum Wissen.

Der Pädagoge baut passende Stufen, Absätze zum Verschnaufen und ein Geländer für Anfänger.

Solange er zusieht, nutzen die Kinder den vorgesehenen Weg. Sobald sie selbst entscheiden können, nehmen sie zwei Stufen auf einmal, kriechen hinauf oder klettern außen herum. Freinet fragt damit, ob nicht die Vorstellung falsch ist, alle Kinder müssten auf dieselbe Weise ans Ziel gelangen.

Bei Kindern unter drei Jahren ist dieser Gedanke unmittelbar zu beobachten. Greifen, Gehen, Sprechen und Miteinandersein entstehen durch tastendes Versuchen: ausprobieren, wiederholen, verändern und erneut versuchen.

Für Kinder unter drei Jahren

Eigene Wege beginnen lange vor dem Schreiben.

Viele bekannte Freinet-Werkzeuge stammen aus der Schule: Druckerei, freie Texte und der Austausch zwischen Klassen. Für Kinder unter drei Jahren orientiere ich mich an der dahinterliegenden Haltung: eigene Erfahrungen machen, sich ausdrücken und am gemeinsamen Alltag beteiligt sein.

Ein kleines Kind drückt sich durch Blicke, Gesten, Laute und Bewegung aus. Es probiert aus, wiederholt und verändert sein Tun. Ich greife solche Signale auf, stelle passende Materialien bereit und unterstütze, wenn Hilfe nötig ist. Beziehung, Pflege, Ruhe und Sicherheit bilden dabei den Rahmen – es geht nicht um ein vorgezogenes Schulprogramm.

Der Mensch hinter der Pädagogik

Wer war Célestin Freinet?

Célestin Freinet (1896–1966) war Lehrer und Reformpädagoge. Gemeinsam mit Élise Freinet entwickelte er eine Pädagogik, die eigenes Tun, freien Ausdruck und Zusammenarbeit in den Mittelpunkt stellt. Seine Gedanken sind eine Inspirationsquelle für meine Arbeit.

Im Alltag erleben

Passt diese Haltung
zu Ihrer Familie?